|
<
Rückwärts Zurück
Vorwärts >
Ein adeliges Ziel
Die beiden Gestalten standen in einer der dunklen Ecken im Hafenviertel. Die eine von beiden schwitze auffällig, denn die Gegenwart seines Gegenübers bereitete ihm nicht gerade Vergnügen. Zu viel wusste er über die Taten, welche man jenem Mann, dessen Gesicht unter einer Maske verdeckt war, nachsagte und mit dem er hier im Auftrag seines Herrn zusammengetroffen war.
Hastig reichte er dem Mann das versiegelte Schreiben und den Beutel mit Münzen. Dann nahm er wieder sein Tuch und wischte sich die Perlen von der Stirn, die wenig später erneut erschienen. Hin und her flog sein Blick, suchte die nahe Umgebung ab, auf dass kein heimlicher Beobachter ihrer geheimen Zusammenkunft beiwohnen würde oder sie überraschte.
Ganz anders verhielt sich der Empfänger dieses Schreibens. Ruhig und ohne Hast knüpfte er den Beutel an seinen Gürtel. Ohne den Überbringer weiter zu beachten, brach er das Siegel des Schreibens. Als er die wenigen Zeilen, die keinen bezeichneten Empfänger und auch keinen Absender enthielten, zu Ende gelesen hatte, sprach er nur wenige Worte.
"Sag deinem Herrn, seine Nachricht sei angekommen"
"Ihr werdet also de....", er hielt mitten im Satz inne.
Der Maskierte hatte sich abgewandt und war im Dunkel verschwunden ohne weitere Worte abzuwarten. Wieder wischte sich der vermeintliche Bote den Schweiß von der Stirn. Seine Augen suchten das Dunkel ab, als fürchte er, jeden Augenblick würde ihn das Schicksal ereilen, dass die Nachricht für jenes adelige Ziel heraufbeschworen hatte.
Eiligst machte er sich dann davon, immer wieder zurück und umherblickend. Erst einige Strassen, die deutlich heller und belebter waren, beruhigte er sich.
Die Götter mochten fügen, dass sein Herr ihm solche Botengänge zukünftig ersparte.
<
Rückwärts Zurück
Vorwärts >
|