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Eisige Kälte in warmem Wasser
Seine linker Arm lag auf dem Bottichrand und seine rechte Hand lag im Wasser neben ihm, berührte den Dolch.
Der Raum lag in dämmrigen Kerzenschein und lies die Schatten tanzen. Die schweren, roten, sich in zahllosen Wellen an der Wand erstreckenden Vorhänge, verliehen dem Raum etwas kulthaftes, dämpften die Geräusche, die das Badehaus erfüllten. Die Luft war geschwängert vom Wassernebel, der einen zarten Dunstschleier schuf.
Er mochte diese Atmosphäre. Sie gab diesem Ort einen besonderen Flair. Ein Ambiente, das im Vergleich zu der Welt da draußen ermöglichte Ruhe zu finden und die Gedanken zu ordnen.
Seit längerer Zeit war er wieder einmal in das Badehaus auf Bucs eingekehrt.
Viele Tage lagen hinter ihm, die er allein im Herzogtum verbracht hatte und noch viele mehr, die er nun in der Fremde weilte.
Er sehnte sich nach der Heimat, die ihm wohl für immer verwehrt war, sehnte sich nach den Berührungen der Frau, deren Leben er beendet hatte. Allein der Gedanke an den Moment der Erkenntnis, den Moment, da er ihres Verrates gewahr wurde, lies ihn im warmen Wasser frösteln.
Er war ein Mann des Todes, wie Manche es nannten. Ein Weg, der schon kaum eine Bindungen an einen anderen Menschen erlaubte und die Fremde hier, wie dort machte diese Einsamkeit vollkommen.
Stets auf der Hut, als Wolf unter Wölfen. Jeder Schritt begleitet von Wachsamkeit und Vorsicht. Selbst hier im Bad musste er damit rechnen, dass jemand kam, der sein Leben beendete, wie er selbst so viele andere beendet hatte.
Freundschaft hatte er wie auch die einst nicht einmal denkbare Liebe weit zurück in der fernen Heimat gelassen. Hart und unnahbar war er geworden durch die Ausbildung und doch wusste er, es war nur ein antrainierter Zwang, der Gefühle unterdrückte, aber nicht auszulöschen vermochte.
Nie war diese zarte Flamme zu löschen gewesen und nie vollends zu verdrängen, zu beherrschen.
Tief einatmend suchte er wieder Ruhe und Konzentration, doch auch der Mensch vermochte nichts unmenschliches. Ganz war es nicht zu vertreiben, so sehr er sich mühte.
Die Augen, dies Gesicht, erschienen vor ihm, gleich ob er die Lider schloss oder öffnete und so wie es erschien kamen auch die Gedanken in den Sinn, dass er die Ferne zu wahren hatte. Ihr Glück nicht zerstören, kein Leben nehmen durfte, welches ihrem nah stand.
Einen Moment fand er Gefallen an dem Gedanken, dass ihn jemand heimsuchen würde, wie er andere heimsuchte. Einfach alles endete.
Dann kam sie wieder und nahm ihn ein. Die Kälte, die wohl Jeden, der war wie er, zu bestimmten Zeiten erfüllte. Die Kälte des Alleinseins.
Er rief nach dem Hausangestellten und verlangte heißes Wasser.
Die Kälte, die wieder so deutlich zu spüren war, wollte er vertreiben.
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