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Eine alte Nachricht - Worte deren Bedeutung verweht war
Er saß in dem Wäldchen, wo er seit einiger Zeit sein Material für die Bolzen besorgte.
Verschwitzt, die Haut matt glänzend, was die Muskeln noch betonte, hatte er sich einen umgefallenen Baumstamm herausgesucht.
Die Finger nestelten den kleinen Zettel hervor, den er einst bekommen hatte.
Wie schon so oft lasen die stahlgrauen Augen den Text, schenkten jedem einzelnen Wort volle Aufmerksamkeit.
"Freund der staubigen Strassen und der dampfenden Hitze in Trinsic, vergiss nicht, was war und was sein wird. Die Schatten werden wieder erstehen, aber nur, wenn Du an meiner Seite sein wirst. Antworte auf dem üblichen Wege, es wird mich erreichen. Bewahren werde ich stille Momente der Ungewissheit und der Erinnerung.
- Du weißt, von wem"
Lange lag diese Nachricht zurück. Es war eine alte Nachricht, wie er nun wusste und die Gedanken suchten in der Vergangenheit. Riefen sich Bilder der Erinnerungen zurück, die so deutlich waren, wie seine Umgebung.
Noch genau wusste er den Wortlaut der Nachricht, den er auf einem Zettel geschrieben und vom einem Burschen überbringen ließ.
"So wie die Sonne jeden Tag wieder die Dünen in zartes Gold taucht und der Mond jede Nacht in feines Silber, findet zusammen, was zusammen gehört.
Mein Schatten ist der Deine und mein Denken schließt dich ein.
L."
Lange hatte er gewartet. Geduldig, wie er es seit seiner Ausbildung war.
Aber dann war der Tag gekommen, da er losgeritten war. Sie suchend und gewillt aus den Händen des Prinzen zu reißen.
Eine Weile hatte er forschen müssen und schließlich erfuhr er, dass sie nicht mehr bei ihm weilte. An der Seite eines Anderen war sie und er suchte ihn auf, sah ihn, diesen Mann der so glücklich blickte, als sie hinzukam.
Er sah sie wieder, spürte wieder das Beben hinter der Türe, sah aber auch ihren Blick, ihren Blick, der sich mit dem des Mannes vereinte. Sie war glücklich.
Wieder lasen die Augen die Worte.
"Freund der staubigen Strassen und der dampfenden Hitze in Trinsic, vergiss nicht, was war und was sein wird. Die Schatten werden wieder erstehen, aber nur, wenn Du an meiner Seite sein wirst. Antworte auf dem üblichen Wege, es wird mich erreichen. Bewahren werde ich stille Momente der Ungewissheit und der Erinnerung.
- Du weißt, von wem"
Eine alte Nachricht, auf einem verknitterten Stück Papier, dass er schon unzählige male gelesen in den Händen gehalten hatte. Worte deren Bedeutung verweht war, wie die Dünen der heißen Heimat.
Behutsam faltete er es zusammen und steckte es in die kleine Ledertasche am Gürtel zurück.
Seine Hand griff die Axt und er ging zu dem kleinen Hengst, der an die Heimat erinnerte. Klein, voller Kraft und Gewandtheit. Ein Pferd der Wüste.
Er verstaute die Axt, schwang auf und ritt nach Minoc.
Er brauchte ein Bad, denn sie kam wieder und nahm ihn ein. Die Kälte, die wohl jeden, der war wie er, zu bestimmten Zeiten erfüllte. Die Kälte des Alleinseins.
Er rief nach dem Hausangestellten, als er in die Herbere eintrat und verlangte einen Badezuber, heißes Wasser.
Die Kälte, die wieder so deutlich zu spüren war, wollte er vertreiben.
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