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Er versuchte die Türe geschlossen
zu halten
Er hatte sich einen Badezuber in das Zimmer bringen lassen und der Hausangestellte goss gerade den letzten Eimer hinein. Knapp nickte er ihm zu und der Mann verschwand mit der Bemerkung, ein Ruf genüge und er würde eilen.
Gold ermöglichte so vieles. Sogar ein Bad auf dem Zimmer.
Langsam stieg er in das Wasser, glitt gänzlich hinein und genoss diese Hitze auf der Haut, die winzige Hügel auf ihr entstehen ließen. Doch der Moment verging so schnell wie er kam und nur noch wohlige Wärme umgab ihn.
Seine Gedanken kreisten um einen Menschen und eine Nachricht. Eine alte Nachricht, wie er gesagt bekommen hatte. Alt und vergessen, wie der Sand der alten Dünen.
Tief atmete er ein und schloss die Lider über die stahlgrauen Augen.
"Gefühle bedeuten Schwäche! Schwäche macht Verwundbar! Verwundbarkeit bedeutet den Tod!"
hallten plötzlich die Worte seines Lehrmeisters in seinem Schädel, wie sie es so oft taten.
"Ja, Meister, ich weiß es doch und doch...", er sprach die leisen Worte nicht zu Ende.
"Du musst stets Herr deiner Selbst sein. Nie dein Fühlen oder Denken preisgeben!", erfüllten die stummen Worte wieder seinen Kopf.
"Ja, Meister. Ich hatte mich unter Kontrolle. Ich habe es verborgen.", fast seufzend sprach er dies zu dem nicht anwesenden Lehrer einstiger Tage.
Die Hitze des Bades entspannte den muskulösen Körper. Zauberte auf der Haut, die nicht im Wasser lag, kleine Schweißperlen hervor, die sich sammelten und in kleinen Rinnsalen in das Wasser strebten.
Er atmete tief ein und aus, suchte die Konzentration und Ruhe, die ihm diese Gedanken und Gefühle hinter der einen Türe zu erschweren versuchten. Diese Türe, die bei ihrem Anblick wieder aufschwingen wollte. Es war schwer gewesen, sie geschlossen zu halten, die Maske zu bewahren und die Worte zu kontrollieren.
Jetzt öffnete sie sich einen Spalt und die Erinnerungen überfielen ihn. Wehrlos fühlte er all dies, erneut erblickte er Vergangenes. Die Bilder des Bades vor Augen, in dem Moment ihrer größten Nähe, die er hatte erlangen können.
"Gefühle bedeuten Schwäche! Schwäche macht Verwundbar! Verwundbarkeit bedeutet den Tod!", mahnte erneut die Stimme.
Seine Faust schlug ins Wasser, traf den Rand des Badezubers.
"Ich weiß!", zischte er in die Stille des Raumes, die nur das Klatschen des Wassers gestört hatte.
Wieder suchte er die Konzentration in der Atemübung. Versuchte die Türe zu schließen.
Dann kam sie wieder und nahm ihn ein. Die Kälte, die wohl Jeden, der war wie er, zu bestimmten Zeiten erfüllte. Die Kälte des Alleinseins.
Er rief nach dem Hausangestellten und verlangte heißes Wasser.
Die Kälte, die wieder so deutlich zu spüren war, wollte er vertreiben.
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