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Gedanken
(Autor: PO Esteban Morreco)
Kühl lag der Lappen auf seiner Nase. Die Blutung hatte schon vor einiger Zeit aufgehört. Zurück blieb nur das Pochen und Klopfen in Nasengegend.
Größer als der Schmerz im Gesicht war aber die Wunde in seinem Stolz. Sie wollte sehen wie stark er ist und ob er kämpfen könne. Das Gegenteil hatte er ihr aber bewiesen. Esteban hatte sie sehen wollen und darum auf seinen Helm verzichtet. Bei den Ettins war er vorgepresst und hatte sich dem Ungeheuer gestellt. Der Ettin ragt vor ihm auf und Schläge prallten auf Estebans Rüstung. Schwer musste er kämpfen um nicht von den Beinen gehoben zu werden. Sein Blick wanderte kurz zu der Frau hinter sich. Er war fasziniert von ihren Raubtierhaften Bewegungen. Wie konnte eine Frau so schön sein und doch solche Gefahr ausstrahlen wie sie?
Langsam drehte er den Kopf wieder zu dem Ungeheuer. Doch war es schon zu spät gewesen zu reagieren. Die
große Faust des Ettins traf ihn mitten im Ungeschützen Gesicht. Sein Kopf flog von der Wucht des Treffers herum. Ein Donner explodierte in seinem Kopf. Kurz schüttelte er den Nebel aus dem Kopf. Langsam klärte sich wieder die Sicht, nur um Esteban erneut die riesige Faust erblicken zu lassen. Diesmal traf sie ihn mitten im Gesicht. Esteban verlor die Kontrolle über seine Muskeln. Sein rechtes Knie sank zum Boden. Er rang mit sich selbst nicht das
Bewusstsein zu verlieren. Weit entfernt klang das Brüllen des Ettins. Esteban versuchte auf die Beine zu kommen. Nur nicht am Boden bleiben
schoss es ihm durch den Kopf. Sein Blick glitt vor sich. Kurz erschreckte er als stämmige Füße vor ihm aufragten. Die Kälte von aufsteigender Angst umklammerte sein Herz. Er zwang seinen Körper hoch doch wollte das Knie auf dem Boden nicht seinem Befehl gehorchen. Fast verzweifelnd erblickte er den kleinen Ast im Scharnier der Kniebeuge. Unfähig sich zu bewegen
riss er den Kopf hoch. Gerade im Richtigen Moment und den brüllenden Ettin mit einer schnellen Drehbewegung nach unten schlagen schlagen zu sehen.
Schwärze
Wieder sah er die weite Wüste vor sich aufragen. Spürte seine Aufregung als sein Vater ihm zum ersten Ausritt mitgenommen hatte. Er wollte es seinem Vater beweisen! Stolz trabte sein alter Freund Solon unter ihm. Der Araber war sein ganzer Stolz. Sie waren beide zusammen aufgewachsen. Eine tiefe Verbundenheit bestand zwischen dem Jungen und seinem Pferd.
Er spürte die starken Muskeln unter sich das Pferd über die Dünen treibend. Das Gefühl grenzenloser Freiheit überkam den Jungen. Er wollte sich beweisen! Übermütig jagte er den Rappen durch den Sand. Plötzlich ging sein Pferd durch. Panik überkam ihn als er es nicht unter Kontrolle bekam. Wieder hörte er den Schrei seines Freundes als Solon seitlich eine Düne hinunterkrachte. Das markerschütternde Knacken.
Solon überschlug sich mehrmals mit ihm im Sattel.
Als er nach einer kurzen Bewusstlosigkeit wieder zu sich kam spürte er den heißen Sand unter sich. Sein Vater stand über ihm mit den Händen in der Seite. Nie hatte er ihn enttäuschter angeschaut als in diesem Moment. Mit Tränen in den Augen hatte der Junge zu seinem Vater aufgeschaut. Sein Vater blickte ihm nur stumm in die Augen. Seine Hand glitt zum Dolch an seiner Seite. Er ließ den Dolch neben seinem Sohn in den Sand fallen und ging ohne ein weiteres Wort zu der wartenden Gruppe.
Langsam glitt der Kopf des Jungen herum zu dem leise schnaufenden Solon. Die Augen des Pferdes ließen nicht von ihm ab. Der Blick des Jungen glitt an dem Körper des Pferdes hinab. Sein Atem setzte aus als er den rechtwinklig abstehenden Fuß des Rappens sah. Der Dolch des Vater glitzerte leicht in der unbarmherzig strahlenden Sonne.
Fest drückte der Junge den Kopf seines Freundes an seine Brust. Als der Rappe seinen Todeskampf beendet hatte liefen Tränen der Scham und Verzweifelung über die Wange des Jungen. Den blutigen Dolch festumklammert saß er bis die Sonne unterging regungslos da und streichelte den Kopf seines toten Pferdes.
Vorsichtig hatte er geblinzelt. Nach einen Augenblick konnte er in ihr schönes Gesicht schauen. Dann wurde er wieder der Situation
bewusst. Schnell hatte er sich aufgesetzt und sich umgeschaut. Er spürte einen Stich im Herzen als er registrierte, dass nicht nur Sie seine Schwäche gesehen hatte sondern auch dieser seltsame Mann. Leron stand wie immer nur da und beobachtete die Umgebung.
Esteban legte das Tuch in den Topf mit kühlem Wasser zurück. Er hatte sich wieder beweisen wollen. Wieder hatte er sich mehr Schaden zugefügt.
Langsam stand er auf. Er dachte an sie, doch diesmal war dort auch ein Bild von Leron. Ohne es zu wollen sah er in ihm einen Konkurrenten. Immer wenn er bis jetzt mit ihr redete war nach kurzer Zeit dieser Mann aufgetaucht und klebte an ihr wie ein Schatten.
"Vergiss sie einfach Esteban. Was kann sie dir schon bedeuten?"
Hörte er eine Stimme in sich sagen.
Kurz blieb er stehen und dachte über sie nach.
Für einen Augenblick schloss er die Augen und flüsterte
"Zu viel fürchte ich...."
Auf dem Weg zu seiner Matte beschloss Esteban der Stimme zu folgen. Er würde Sie und Leron einfach vergessen. Innerlich hoffte er bald wieder ins Herzogtum zurückzukehren. Weit weg von diesem Ort...
Weit weg von Ihr.....
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