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Zwei Frauen und der Fremde aus der Heimat

Seine linker Arm lag auf dem Bottichrand und seine rechte Hand lag im Wasser neben ihm, berührte den Dolch.

Der Raum lag wieder in dämmrigen Kerzenschein und lies die Schatten tanzen. Die schweren, roten, sich in zahllosen Wellen an der Wand erstreckenden Vorhänge, verliehen dem Raum etwas kulthaftes, dämpften die Geräusche, die das Badehaus erfüllten, wie sie es stets taten, wenn er hier weilte. Die Luft war wie immer geschwängert vom Wassernebel, der einen zarten Dunstschleier schuf.

Er dachte wieder einmal nach und die Bilder des Erlebten erschienen vor seinem inneren Auge.

Er sah zu ihm, der dort auf dem Boden lag.
Sie mühte sich um ihn und schließlich erhob er sich.
Schnell sah Leron, dass er nicht ernsthaft verletzt war und ruhig sah er den Fremden aus seiner Heimat an.
Er empfand nahezu nichts für ihn. Keinen Hass, keine Zuneigung. Allenfalls Abneigung und Argwohn, denn er war Drachenritter, lebte im Herzogtum und er war einst in ihrer Heimat gewesen, was Leron zu verabscheuen gelernt hatte in seinem Leben.

Sein Wohl war ihm gleich. Einzig um ihretwillen stand er hier und sah wachsam umher, schützte sie.
Etwas verwundert war er, dass es sie so zu ihm zog, er beide immer wieder miteinander sah, doch nie würde er dies versuchen zu unterbinden.
Es war ihr Leben und sie musste ihren Weg in der Wüste finden, ihre Oase erreichen. Er hatte kein Recht einzugreifen und keinen Grund gegen den Mann vorzugehen.
Solange er nicht als Gegner vor ihm stand, war er ihm gleich.

Er sorgte sich um sie, nicht zuletzt wegen des Gespräches im Bad. Ihre Worte er stünde in ihrem Rücken, als Antwort auf seinen Abschiedgruß, sie solle auf diesen achten, nahm er ernst. Es waren keine leeren Worte, wie sie hier so oft erklangen. Diese Worte seiner Heimat waren ein Versprechen, denn er sprach die gleichen zu ihr, als er vernahm, er solle auf sich achten.

Liebe war keiner der Gründe, der sein Verhalten lenkte. Mit aller Kraft, diszipliniert und sich der Lehren erinnernd, lies er diese Liebe nicht zu. Ebenso, wie er eine andere Frau nicht zu seiner Seele vordringen lies. Doch dies hatte andere Gründe.
Er versuchte sich an Lehren festzuhalten, die er einmal gebrochen und dafür bitter bezahlt, es bereut hatte. Sie schien ähnliches zu tun und darüber hinaus war noch etwas anderes tief in ihr verborgen, dass sie ihre Gefühle verbergen oder beherrschen lies.

Die andere Frau aber, reagierte im Ergebnis nahezu gleich, auch wenn dies bei ihr nicht aus gleichen Gründen erwuchs.
Beide hatten etwas, das Leron schätzte und anzog. Vielleicht auch mehr, doch beide hielten ihn fern und erlaubten kein Gefühl aufzubauen, wie er auch selbst keines aufbaute.
Er hatte viel zu geben, aber nichts zu verschenken und noch viel mehr zu verlieren.

Den Goldbeutel, den der Fremde aus seiner Heimat ihm zuwarf, lies er achtlos zu Boden fallen. Es gab keinen Grund etwas von diesem Mann zu nehmen, etwas von ihm zu wünschen.
Auch kam er der Aufforderung von ihr, sie beide zu begleiten nicht nach.
Was sollte er an der Seite dieses Mannes, der ihm fremd war und dem er keineswegs vertraute.
Bei ihr wusste er sich sicher, auch wenn sie in seinem Rücken stand. Wusste, solange sie dort stand, würde ihm nichts von dort widerfahren.
Ihm aber vertraute er nicht und es gab Nichts, dass rechtfertigte, ihn in seinen Rücken geraten zu lassen.

Er hoffte nur sehr, dass sie sicher war bei ihm. So sicher, wie sie bei ihm selbst war, wenn sie zusammen waren.

Zwei Frauen und ein Fremder aus der Heimat vermochten seine Gedanken zu füllen. Zwei Frauen, die mehr waren, als die anderen Frauen und die beide ein Nahkommen verhinderten, dass ermöglichte zu erkennen, ob sie wirklich besaßen, was er tief in sich verschloss, aber doch so sehr ersehnte.

Er rief nach einem der Hausangestellten und verlangte heißes Wasser.
Die Kälte, die wieder so deutlich zu spüren war, wollte er vertreiben.

 

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