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Gedanken

Er saß im Bottich, allein.
Keines der Mädchen hatte er bei sich haben wollen.
Sie stiegen sicher ohnehin zu jedem ins Wasser, der zahlte. Ganz gleich, was er war oder darstellte.
So ziemlich jeder hielt ihn wohl für einen Schurken, ein Schwein, ein Großmaul.
Vielleicht war er sogar all das und er fragte sich, ob er nicht schon viel zu lange in seinem Leben diese Maske trug. Sie schon so lange trug, dass es längst keine Maske mehr war.
Aber was war er wirklich. Warum gebarte er sich so, wie er es tat, gleichwohl er so oft anders fühlte oder dachte. War es schon ein Zwang, ein Dämon in ihm, der dies Verhalten unweigerlich einforderte.
Immer wenn er dagegen ankämpfte, versuchte zu zeigen, was er in sich wirklich war, gelang es nicht oder sein Gegenüber glaubte ihm nicht.
Alles was er in den Jahren zu seinem Schutz aufgebaut hatte, wendete sich gegen ihn.
Er, der alles von sich gehalten hatte, um nicht zu verlieren, hatte alles verloren. Er war allein und würde es wohl auch bleiben.
Was ihm wichtig erschien, was er sah und dessen Nähe er ersehnte, war unerreichbar geworden. Er vermochte nicht zu zeigen was er wirklich war und andere vermochten es nicht mehr zu erkennen.
Alles in ihm, was verletzlich und weich war, war längst gut geschützt unter dieser rauen Schale. Wie eine Auster, unansehnlich von außen und zart und weich im Innern.
Sogar vor sich selbst zeigte sich diese Schale immer öfter. Sein Schutz über all die Jahre wurde langsam aber sicher zu einer perfekten Rüstung seiner Seele.
Er bekam Angst vor sich selbst.
All die Jahre der Angst hatten einen Schutz geschaffen, dessen Preis nun zu zahlen war.
Noch größere Angst. Die Angst der Einsamkeit, des Alleinseins in Mitten Anderer.
Die Angst zu werden, was er nicht war, immer nur gelebt hatte, um nicht zu verlieren, um nicht den Schmerz zu fühlen, wenn etwas endete, verloren war für alle Zeit.
Ein wenig dessen, was er verloren geglaubt hatte, hatte er wieder gefunden und nun, viele Jahre älter und um manch Erfahrung reicher, erkannte er den Wert dessen. Doch es schien verloren, unerreichbar, obwohl es zum Greifen nah war.
Wieder schallte seine tiefe Stimme durch das Badehaus, rief nach einem der Hausangestellten.
Er verlangte heißes Wasser. Er sehnte sich danach die Kälte zu vertreiben.
Die Kälte in dieser schwülen Hitze auf Bucs.

 

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