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Das Wissen des Morben

Fasil war voller Wut und Zorn. 
Mit schwungvoller Bewegung fegte sein Arm die Hälfte dessen, was sich auf seinem Schreibtisch befand von selbigem. Papiere und Utensilien flogen durch das Zimmer. Ein Stuhl folgte der Kraft seines Trittes und krachte gegen die Wand. 
Feine Äderchen pulsierten an seinen Schläfen, die sonst glatt und ebenmäßig waren und seine Fäuste ballten sich, so dass die Knöchel sich weiß verfärbten. 
Unbeherrschtheit war schon immer sein Problem gewesen und so manch fehlgeschlagener Zauber, manch ruinierte Forschungsarbeit war ihr zuzuschreiben. 
Die Erniedrigung mit dem Morben reden zu müssen, ihn gar gesucht haben zu müssen, nagte an Fasils Stolz. Doch im Konzil hatte man nur ihn benannt auf die Frage nach dem Wissen, welches Fasil dringend benötigte. Nur den Morben hatten sie als Kapazität für Torreisen benennen können und so hatte er gezwungener Maßen diesen gesucht und schließlich auch gefunden. 
Noch immer spürte er des Morben Anwesenheit und ein Gefühl der Beschmutzung lastete auf ihm. Die Stimme des fast drei Köpfe kleineren, dunkelhäutigen Bastards noch in den Ohren und sein Bild vor Augen knallte eine Schatulle mit Kräutern zu Boden, die Fasils Hand vom Regal fegte. 
„Alles ist verkehrt hier! Die Finsternis soll diesen Bastard umschlingen und den Morben gleich dazu!“, zischte die sonst so melodische Stimme messerscharf. 
Aber seine Wut bildete sich auch aus der Ohnmacht der Erkenntnis heraus. Das Wissen besitzend, welches er in seinen Ahnungen bereits für das Rechte erachtet hatte war nun unumstößliche Gewissheit. Gewissheit, die erst jener widerliche Morben hatte bringen können. 
Vielleicht fehlten noch Details, doch der Kern der Umstände stand fest und er wusste nun um seine Rettung, den Zauber seines Onkels. Aber er wusste auch noch etwas anderes. 
Er wusste jetzt, dass er seinem Ziel ferner denn je war. 
Von der Schwere des Momentes erfüllt, stand er lange Zeit noch am Fenster und blickte hinaus auf das Treiben Mârlanthirs. Die Unwissenheit derer, die seine dunkelblauen Augen erblickten, schien ihm in diesem Augenblick noch ein zusätzlicher Stich und Verzweiflung und Ratlosigkeit, die Wut und Zorn ersetzt hatten, ließ seine Augen feucht werden. 

 

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