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Ungebetene Gäste
Die Überreste des niederen Dämons waren fort. Fasil hatte nur erfahren können, man, wobei er nur vermuten konnte, wer "man" war, hatte sie entfernen und an einen sicheren Ort bringen lassen. Mehr hatte er bisher nicht herausgefunden.
Letztlich war es ihm auch gleich, denn weder zierten diese Überreste seine Räumlichkeiten, noch mochte er weiteres mit den verkohlten, stinkenden Teilen, die einst ein Körper waren, anfangen. Der Halebant war tot. Nicht mehr und nicht weniger.
Mochte damit geschehen was wollte. Hauptsache, dieser Kadaver verschandelte nicht mehr sein Zimmer und der Gestank war weg.
Es war weniger die Tatsache, dass er fort war, die wieder jene zarten Ranken des Zorns in ihm wachsen ließen, sondern der Umstand, dass ungefragt
jemand in seinen Räumlichkeiten gewesen war, um sie zu entfernen. Beauftragt hatte er niemanden, ganz abgesehen davon, dass er hier auch über keine Dienerschaft verfügte, die solchem Auftrag hätte nachkommen müssen.
Seine Türe war bisher nie abgeschlossen gewesen, denn keinen Grund sah er dafür. Höflichkeit und Respekt allein, so kannte er es, verwehrten einem anderen Edhel den ungebetenen Zutritt zu ihm fremden Räumen.
Wieder lernte er hinzu. In Mârlanthir war vieles anders und so auch dies, wie es schien.
Wieder erinnerte er sich der stechenden Worte des Grauen, die unterschwellig, wenn auch gekonnt zweideutig formuliert, Lüge und Verrat unterstellten. Nun gesellte sich dazu das Betreten seines Raumes ohne vorherige Einholung seiner Zustimmung.
Genau sah er alle Papiere und Bücher durch. Die Dinge, die er offen oder auch weniger offen aufbewahrte. Soweit er zu sehen vermochte fehlte nichts.
Er begann das tiefe Vertrauen zu verlieren, dass er in der Heimat im eigenen Haus gehabt hatte, wenngleich er einen Diebstahl seiner Habseligkeiten oder Teile seiner Arbeiten selbst als undenkbar empfand. So anders konnte Mârlanthir nicht sein, durfte es nicht sein.
Doch er wusste auch wenig über die Grauen. Selten nur hatte er einen in der Heimat gesehen und nur ein einziges mal waren einer solchen Begegnung einige Worte nichtigen Inhaltes innewohnend gewesen. Er kannte nur die Seinen wirklich.
Fasil gedachte Vorkehrungen zu treffen. Noch einmal würde er nicht dulden, dass wer auch immer, ungefragt seine Räumlichkeiten betrat.
In dieser Nacht erinnerte er sich so manchem, dass ihn sein Onkel gelehrt hatte, sollte etwas des Schutzes bedürfen.
Zudem konnte man, sollte man Fasil seinen Raum verlassen sehen, feststellen, dass er von nun an stets einige Herzschläge vor der Türe stehen blieb.
Nur ein neuerlicher Eindringling würde sich mit dem Zauber konfrontiert sehen, der die Türe einem normalen Öffnen widerstehen lassen würde.
Mârlanthir hatte ihn wieder Neues gelehrt. Die alte Sitte der offenen Türe galt hier nicht und das Vertrauen in Mârlanthir unterschied sich wie vieles andere von der Heimat.
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