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„Silphatos heißt er. Ein junger Bursche, der hier ab und an auftaucht. Viel mehr kann ich Euch nicht über ihn sagen“, beantwortete Farley ihre Frage.
Cil lächelte kurz und bedankte sich.

Kurze Zeit später saß sie bei Silphatos. Die Frau mit der er sich eben noch unterhalten hatte, ignorierte sie einfach. Er gehörte ihr. Zumindest heute Nacht.
Schnell hatte sie seine Aufmerksamkeit an sich gebunden. Er war wohl keine Frauen gewohnt, die wussten, was oder besser gesagt, wen sie wollten.

Cil redete nie lange um die Dinge herum, di sie haben wollte und dieser Bursche war nach ihrem Geschmack. Schulterlanges Haar, drahtig, sehnig ohne dabei von Muskelmassen verunstaltet zu werden. Ein kurzer Vollbart und dann diese hellen, bersteinfarbenen Augen.

„Ich warte auf dich....ich habe das Eckzimmer oben“, hauchte sie ihm zu als sie aufstand und sich in Richtung Treppe wendete. Sein überraschter Blick war zu köstlich. Keinen Moment zweifelte sie, dass er zu ihr hinaufkommen würde.

Es dauerte nicht lange und er betrat ihr Zimmer. Ein matter Glanz in seinen Augen verriet ihn. Er sah sie an, wie kleine Buben das Geschenk ansahen, dass man ihnen mitgebracht hatte und dass sie unbedingt auspacken wollten.

Diese Nacht brachte Cil, was sie sich erwünscht hatte. Er war vielleicht nicht besonders erfahren, doch er küsste sie, wie nur wenige es zuvor vermocht hatten. Keiner dieser Helden, die sich für unwiderstehlich hielten und ein Lager als Schlachtfeld ansahen, dass sie beherrschen mussten.

Er war zärtlich, ein wenig ungestüm und der Hauch seiner Unsicherheit hier und da bereitete ihr Vergnügen. Seine Küsse, diese weichen Lippen raubten ihr die Sinne und sie bereute keinen Augenblick, dass sie ihn für diese Nacht erwählt hatte.
Nach den letzten Tagen hatte sie nicht allein schlafen wollen und die Götter hatten ihr ihn gezeigt.

Sie wusste um die Kunst der Liebe mehr als er, dies hatte sie schnell bemerkt, doch er war ein williger Schüler, wie sie ebenfalls rasch feststellte. Stunden vergingen und die Zeit verlor für diese Nacht an Bedeutung. Ihre Körper, von Schweiß benetzt, beschenkten einander mit Wogen der Leidenschaft.

Irgendwann lagen sie ruhig und erschöpft eng umschlungen da. Er schlief rasch ein und sie betrachtete ihn, streichelte ihn. Ein sanftes Lächeln ruhte auf ihren Lippen und noch einmal suchte sie die seinen auf, kostete von ihnen und genoss diese weiche Berührung. Sie schloss ihre Augen, nahm den Duft in sich auf, der ihn umgab.

Morgen früh, wenn er erwachte, wäre sie nicht mehr da. Sie mochte keine Abschiede. Die Fragen, wann er sie wiedersehen würde, wollte sie nicht hören, denn sie wusste darauf keine Antwort. Vielleicht würden sie einander nie wieder sehen. Wozu also den Zauber dieser Nacht mit den nüchternen Fragen des Morgens belasten.

Er zog sie im Schlaf enger an sich und sie ließ ihn gewähren. Ihr Kopf ruhte auf seiner Brust und für kurze Zeit genoss sie es, sich geborgen und gehalten zu fühlen. Ein Moment der Verletzbarkeit, eine erahnender Augenblick, dass auch sie eine Frau war, die Halt und Schutz suchte.
Als der Morgen nahte, erwachte sie und huschte leise aus dem Raum.
Silphatos ließ sie schlafend zurück.

 

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