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Sie hatte ein Geheimnis. Jung, fremd in diesem Land und doch von einer Aura des Stolzes umgeben, der einer erwachsenen Frau gut angestanden hätte.
Argwohn, Furcht und Misstrauen wohnten ihren Worten inne, aber auch die Neugier und die Hoffnung, glaubte Sareene aus diesen zu entnehmen.

Ja, er hatte wieder eine der Wenigen gefunden, die es wert zu sein schien und zu ihr geführt. Sicherheit gab es nicht, aber sie glaubte daran. Ihr Zögern, ihre Unentschlossenheit sprachen mehr für als gegen sie. Es hätte sie gewundert, wäre sie sofort bereit gewesen, der Gemeinschaft beizutreten. Die Zeit, die sie wünschte, würde Sareene ihr gewähren. Sie war es wert, ihr diese Zeit zu schenken.

Freundschaft, Vertrauen und Zusammenhalt wuchsen nicht in einem Augenblick heran. Zeit war der Schlüssel für Großes. Niemand konnte ihr sagen, ob sie sich in dem jungen Mädchen irrte, aber sie war bereit es herauszufinden. Wenn die Götter es wollten, dann würde sie in naher Zukunft das Wams derer tragen, die es nicht jedem anboten.

Leise intonierte Sareene die Worte der arkanen Formel, die ihre Welt um sie herum veränderte. Die Landschaft verschwamm in fluoreszierenden Nebeln und Lichtern, die nach ihrem Bewusstsein griffen, drohten die Dunkelheit einer Ohnmacht zu bringen.
Die Teleportreisen waren anstrengend und komplex. Ein Fehler und niemand vermochte zu sagen, was geschah, wo man landete.

Die Nebel schwanden, die Lichter verglühten und gebaren anderes um sie herum. Sie war angekommen. Tief atmete sie durch, lächelte flüchtig den Schwindel fort und suchte wieder Herr ihrer Sinne zu werden.

Nun würde sie warten. Es lag jetzt an dem jungen Mädchen, ob es ein Zusammen geben würde. Der Brief, so sie ihn abschickte, würde sie erreichen. Ein zweites mal würde keine der Witwen dies Angebot unterbreiten. Dies war die Stunde ihrer Entscheidung.

Sareene wartete.

 

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