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„Cil, weshalb machen wir es nicht wie die anderen und werben um neue Mitglieder. Ich verstehe das nicht“, erklang die melodische Stimme der Elfe.
Ein Lächeln huschte über die Züge der Frau, die früher oder später mit so einer Frage aus den eigenen Reihen gerechnet hatte.

„Das ist einfach zu beantworten, Vion“, entgegnete sie ruhig, „Der Zirkel ist voll von solchen Gemeinschaften, die schneller wachsen als ein Band der Freundschaft, des Zusammenhalts gewoben werden kann. Was nützt uns denn eine große Gemeinschaft, die aber ohne jede Verbindung untereinander aneinander vorbei wächst?
Ja, wir sind Wenige gemessen an Anderen, aber wir kennen einander, wir folgen einem gemeinsamen Weg und wir verschließen uns keiner Frau, die gleiche Werte und Ziele verfolgt und eine Gemeinschaft sucht.
Möchtest du denn inmitten einer Masse schreiten, deren Hauptziel es ist, die Horde zu besiegen?“

Vion blickte die Menschenfrau nachdenklich an, schüttelte dann sacht den Kopf.
„Ena...das Leben ist mehr als der Kampf gegen die Horde. Zumal ich nicht wirklich begreife, weshalb so viele diesen Hass leben, obwohl wir sogar schon Verbündete waren.“

„Es liegt an der Andersartigkeit, Vion. Zumindest glaube ich, dass es daher rührt. Aber auch wenn dem nicht so wäre, würden viele einen Grund oder mehrere zu nennen wissen, warum die Horde zu bekriegen sei.
Das Leben aber, wie du schon selbst sagtest, hat mehr zu bieten. In unserem Land weilen genug Feinde des Friedens, um nicht einzig den Sieg über die Horde anzustreben. Dnk nur an diesen Defiasabschaum.“
Die Elfe nickte zustimmend und begann zu verstehen, was ihr Cil zu verdeutlichen suchte.

„Wir müssen damit leben, dass viele Menschen, Elfen, Gnome und auch Zwerge nach Ruhm und Macht streben und dabei andere Werte aus dem Auge verlieren“, fuhr Cil fort.
„Ich möchte es aber anders machen und auch Sareene sieht es so. Mag sein, dass wir nie so groß werden wie andere, aber unsere Größe wird sich nicht an der Anzahl derer messen, die unser Wams tragen, Vion. Deshalb suchen wir mit Bedacht die, die wir aufnehmen und deshalb läuft niemand von uns umher und ruft nach Bewerberinnen aus. Das Schicksal oder die Götter, wie Sareene es sagen würde, werden bestimmen, wie viele wir werden, wo wir sie treffen und wohin wir gemeinsam gehen.“

Warmherzig mutete das Lächeln Cils an und Vion erwiderte es. Sie konnte sich dem Gesagten nicht verschließen, denn sie spürte, dass sie selbst es so fühlte. Wahre Größe zählte man nicht anhand von Köpfen. Sie kannte viele Geschichten aus ihrem Volk und auch aus dem der Menschen, wo es Wenige gewesen waren, die Großes vollbracht hatten oder einer Übermacht trotzten.
Ihr war es viel wichtiger, sich auf jede der Frauen verlassen zu können, die wie sie das Wams der Witwen trugen als eine Masse von fremden Wesen um sich zu spüren, die nur das gleiche Wappen gemeinsam hatten.

Mit einer geschmeidigen Bewegung erhob sich die junge Elfe.
„Ich werde in den Wald gehen, Cil und auch meine Augen offen halten.“

„Tu das“, lächelte Cil.

 

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