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Die Stunde der Witwen

Jung noch war der Tag, durchströmt vom goldnen Licht des Morgens.
Zwei Frauen saßen beieinander, deren Schicksal eng verbunden schien und die seit kurzer Zeit den gleichen Wams trugen. Zeichen eines Bunds, der weit über die sichtbaren Insignien hinausging. Ein Bund des alten Weges, der alten Sprache.

Verwoben mit einem Band der Seelen, welches sie selbst geflochten und welches sie von den Göttern gesegnet glaubten.

Der Tag der Größe war fern, gleichwohl sie ihn erblickten in weiter Ferne. Ein Traum dem größten Heer von Frauen voranzustehen, gedachten sie an diesem Morgen den Stunden der Macht in ferner Zukunft.

Es gab keine Aufzeichnungen über die Gemeinschaft in den Weiten der großen Bibliothek, die auch nur ein Wort über sie zu berichten wußte. Es gab keinen Ort, an dem man sie beständig wußte.

Manch einer hatte eine von beiden in Stormwind gesehen, ohne sie zu beachten, ohne von dem zu wissen, was sie anstrebten.

Sie waren ausgezogen, die Brut zu gebähren, die sie in sich trugen. Suchend nach Jenen, die ihrer würdig waren.
Die alte Sprache, der alte Weg waren die Schlüssel diese zu erkennen. Beide würden die Frauen zu finden wissen, die würdig waren, jenes Wams anzulegen und fortan an ihrer Seite zu streiten, im Kampf um Frieden und im Kampf um den Sieg über all das, was den Frieden und die Heimat bedrohte.

Die Witwen beschritten diese Welt, suchend, hungrig und mit großen Zielen. Anmutig, schnell, kraftvoll und tödlich. NIcht verlorene Männer schenkten ihnen ihren Namen, sondern das Wesen jener Kreatur, die ihr Wams zierte.

Sie würden sie finden, denn keine Eile trieb sie an, nur ihr Ziel. Das Heer der Witwen, welches die alte Sprache sprach, dem alten Weg folgte und den Tod jenen bringen würde, die wagten sich ihnen zu stellen.

Die Götter würden fügen, welch Schicksal bereit stand und die Zeit würde offenbaren, welche Macht die Insignien der Witwen einmal ausstrahlen würden.

Jene Frauen, die wert waren, würden gefunden werden unter all denen, die zu beachten Zeitverschwendung war.

Der Zirkel des Cenarius war um eine Gemeinschaft reicher. Eine Gemeinschaft, die sich nicht dem Willen jener unterordnen würde, die diese Welt mit der neuen Sprache, den neuen, gottlosen Wegen verseuchte.

Die Witwen erblickten das Licht des Morgens, der ihre Ankunft in der Welt mit goldenen Strahlen begrüßte.

 

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