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Booty Bay war überhaupt nicht nach ihrem Geschmack. Ein Ort voller zwielichtiger Gestalten und als ob dies nicht genug wäre, auch gut besucht von Angehörigen der Horde.
Man konnte sich hier nie wirklich sicher fühlen und wenn man gezwungen war hier zu nächtigen, so gebot es die Vernunft die Zimmertür von innen zu verschließen. Sicher war sicher.
Einzig der Status dieser Siedlung gebot die Waffenruhe und zahlreiche Getreue des Barons sorgten dafür, dass sie eingehalten wurde. Kein Mitglied der Allianz oder Horde getraute sich die Waffenruhe zu missachten. Daher blieb es meist bei unfreundlichen Blicken, Gesten und Flüchen, wenn Leute wie sie hier auf die Horde trafen.

Die Hitze, insbesondere aber diese Schwüle war ungewohnt und Schweißperlen benetzten ihre Haut. Die Kleidung klebte an ihrem Körper und die zarte Brise vom Meer kommend verschuf nur wenig Linderung. Sie schwor sich im Stillen, diesen Auftrag des Erzmagiers so schnell wie möglich zu erledigen. Stranglethorn wollte sie so schnell wie möglich hinter sich lassen und zurückkehren.

Die Schenke stank nach Schweiß und Fusel, mischte sich mit Ausdünstungen, die schnell einem Tauren und einer Gruppe Orks in der Ecke zu zuordnen waren. Ein seltsames Gefühl ihnen so nah zu sein und darauf vertrauen zu müssen, dass sie die hiesige Regel befolgten.
Wachsam behielt sie die Gruppe im Auge und huschte die Treppe hinauf. Hoffentlich war der, den sie hier suchte bereits da.

Am Treppenkopf angekommen, ließ sie ihren Blick wandern.
In einer der schattigen Nischen saß der, den sie suchte. Zielstrebig ging sie auf ihn zu, setzte sich an seinen Tisch ohne auf eine Einladung zu warten.
„Die Götter mit dir, Sabaroth“

Der Angesprochene neigte sein Haupt und lächelte flüchtig. Die ausdrucksvollen Augen des Mannes sahen direkt in die Ihren.
„Es freut mich euch zu sehen, Maga“, erwiderte er, „Ihr seid pünktlich und schön wie immer“
„Lass diese Schmeicheleien, Sabaroth! Ich bin aus anderen gründen hier, wie du weißt“
Der Mann nickte, behielt aber dies feine Lächeln auf den Lippen, dass seiner charismatischen Ausstrahlung einen Akzent verlieh.

„Hast du ihn gefunden?“, fragte sie gerade heraus.
Wieder nickte er. „Ja...ich habe die Informationen, die ihr benötigt, Maga und auch einen verlässlichen Führer, der euch den Weg zeigen wird. Eine Hütte inmitten der hiesigen Wälder“
Sareene lächelte nun ihrerseits und ihr Gesichtsausdruck verriet Zufriedenheit.
„Er ist ahnungslos, dieser junge Narr. Ahnungslos und voller Angst, wenn alles stimmt, was ich herausfinden konnte. Seid ihr sicher, dass dieser Bursche solch Freveltat begangen haben soll?“
Sareenes Stimme wirkte beinahe kühl bei ihrer Antwort.
„Ja, dies bin ich. Der Erzmagier hätte mir diesen Auftrag nicht erteilt, wenn die Schuld des Adepten nicht erwiesen wäre. Er hat eine unschuldige Bauersfamilie ausgelöscht mit seinen Kräften und wir werden dies Verhalten nicht dulden. Spart euch eure Skrupel also, Sabaroth. Wir beide wissen, ihr seid mitunter auch nicht zimperlich und habt in der Vergangenheit auch Schatten auf eure weiße Weste geworfen“
Das Lächeln ihres Gegenübers erstarb.
„Ihr müsst mich nicht daran erinnern, Maga! Mir ist meine Vergangenheit durchaus bewusst. Es war nur eine Frage, nichts weiter und ich gedenke nicht euren Beschlüssen oder denen des Erzmagiers in die Quere zu kommen“

Einen Augenblick bedauerte sie ihre heftigen Worte. Sabaroth war seit langem ein treuer Helfer und es hätte dieser Erinnerung nicht bedurft.
„Ich will bald aufbrechen, Sabaroth“, lenkte sie ab.
„Gut, Maga. Ich werde euren Führer verständigen. Trefft uns bei Sonnenaufgang am Eingang zu Booty Bay“, antwortete der Mann, erhob sich und wendete sich Richtung Treppe nach unten.
„Ich werde da sein“, nickt die Magierin.

 

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