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In ein Tuch eingewickelt legte sie das Wams in die Truhe in ihrer Kammer. Sie würde es nie wieder tragen, doch es war Teil ihrer Vergangenheit und so kam es an den Ort, der zahlreiche Andenken an Vergangenes beherbergte. Die hölzerne Truhe, die mit Eisen beschlagen in der Ecke stand.

Ihr Blick fiel auf den weißen Stoff, der über dem Stuhlrücken ruhte. Silberne Stickereien fassten die schwarze Kreatur darauf ein. Ein neuer Abschnitt ihres Lebens hatte begonnen und war eng verbunden mit diesem Wams dort.

Frauen an der Seite von Frauen. Gleichgesinnte mit ähnlichen Zielen, verwandten Werten und mit dem Hang zur Tradition der alten Sprache.
Sie lächelte, doch in ihrem Blick lag auch Melancholie.
Freunde hatte sie zurückgelassen, Gefährtinnen gefunden. Noch einmal wollte sie wagen, der Einsamkeit zu trotzen. Ihr Innerstes hielt sie jedoch bedeckt. Sie wollte es niemandem mehr so leicht machen, sie zu verletzen.

Neues ging wohl immer mit Verlust einher, überlegte sie. Behutsam strichen ihre Finger über den weißen Stoff. Ob dies nun endlich die Heimat würde, die sie ersehnte. Ein bitterer Beigeschmack blieb bei diesem Wechsel und sie fragte sich, ob dieser vergehen würde. Hatte sie alles richtig gemacht, war ihr Entschluss kein Fehler gewesen? Fragen, die niemand beantwortete und die schwer zum verstummen zu bringen waren.

Sie hoffte, ihr neuer Weg war der Richtige. Sie wollte alles dafür tun, damit er es sein würde.

 

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