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Wochen und Monate zogen ins Land. Der Alltag jedoch war bisher gleich geblieben für Sareene. Studium arkaner Formeln, Entwürfe für neue Schnittmuster und wieder Studium der Formeln für neue Verzauberungen.
Hier und da ein Kunde, dem sie etwas anfertigte oder einige Posten, die der Zwerg bestellte, den sie für das Auktionshaus in Ironforge belieferte.

Als wirklich belastend sah sie die vielen Reisen an, die sie unternehmen musste, um ihr Wirken und Studieren zu finanzieren. Mehr als einmal geriet sie so in Gefahr und die Angst, die sie manchmal bei diesen Aufträgen empfand, beherrschte sie nicht wirklich. Einige male kam es ihr sogar so vor, dass die Angst sie beherrschte und sie fürchtete sich vor der aufkommenden Panik, die sie die Kontrolle verlieren ließ.

Ihr Innerstes schien ihr zerrissen. Hin und her wallten ihr Gefühle und sie verdrängte zunehmend die bewusste Beobachtung ihrer emotionalen Stimmungen, die sich inzwischen sogar in ihrer Kleidung widerspiegelten.
Tage der warmherzigen Empfindungen teilte sie mit Tagen der eisigen Kälte und obwohl sie wusste, dass sie diesen innersten Zustand viel zu offen nach Außen verriet, versuchte sie jeden Gedanken daran zu verdrängen.

Ihr kam es vor als sei sie nicht allein in den tiefen ihrer Seele. Etwas weilte stets bei ihr, jederzeit bereit aufzubegehren und ihr Wesen zu beherrschen. Studienfreunde distanzierten sich mehr und mehr von ihr und obgleich oftmals die Stimmen verstummten, wenn sie eintrat, war ihr nicht entgangen, wie man hinten herum über sie sprach.

Die Zweigesichtige hatte man ihr als Spitznamen gegeben und selbst ihre Meister, die sie unterrichteten, ertappte sie einige male dabei, dass sie zu ihr hinüber starrten, wenn sie sie konzentriert über einer Spruchrolle wähnten.
Die Folge war, dass sie die Mauer um sich herum stärker und höher baute, ihre Gefühle abzuschirmen versuchte und nur noch selten offene Blicke, verletzliche Momente riskierte.

Die Magie verlieh ihr mit jedem Tag mehr Macht, aber auch mit jedem Tag wuchs daraus die Einsamkeit im Innern. Vertrauen schwand, Misstrauen reifte und sie mied immer öfter die Gesellschaft anderer, konzentrierte sich auf ihre Arbeit und ihre Pflichten, nur um nicht Spielball ihrer Gefühle zu sein.

Die zwei Gesichter ihrer Seele verfolgten sie in ihre Träume und beeinflussten ihr Leben mehr als ihr lieb war.
Das Licht kann nicht ohne die Schatten sein und kein Schatten ohne das Licht. Sareene lernte ungewollt mit jedem weiteren Tag, was diese Worte der Elfe bedeuteten.

 

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