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Vieles veränderte sich zunehmend.
Aus dem einst um Unterweisung bittenden jungen Mädchen war eine Adeptin der arkanen Künste, eine Frau geworden. Schwerer wurde das Studium mit jeder neuen Lektion. Die Formula, die ihr die Lehrmeister zu lernen auftrugen, erforderten mehr und mehr Zeit und die Beherrschung eines neuen Zaubers gestaltete sich schwieriger und langwieriger, je weiter sie voranschritt in ihrem Streben.

Ebenso verhielt es sich mit der Schneiderei und der Verzauberkunst. Hinzu kam die ewige Sorge um das nötige Geld. Der wohl wichtigste Grund, weshalb sie all die Aufträge annahm, die nicht selten gefährlich und so gar nicht nach ihrem Geschmack waren.

Die Nächte wurden kürzer, denn all dies in Einklang miteinander zu bringen stahl ihr die Zeit zu Ruhen. Aus reiner Not heraus hatte sie daher auch einige Anstrengungen aufgebracht und Übungen zur Meditation erlernt. Eine Möglichkeit, die wenigen Momente der Rast so gut wie nur möglich zu nutzen.

Die Gemeinschaft forderte ebenso ihren Tribut. Barus hatte ihr große Ehre zu Teil werden lassen als er sie in den Ewigen Rat bat und gleichwohl ihr die hohe Verantwortung eine große Last auf den Schultern schien, hatte sie nicht gewagt abzulehnen.
Barus umgab eine Aura, deren Stärke und Glanz für sie spürbar waren. Niemals wünschte sie, diesen Mann zu enttäuschen. Wie hätte sie also ablehnen sollen als er ihr seine Bitte, seinen Ruf an seine Seite vortrug.

Noch härter arbeitete sie fortan. Sie wollte die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen. Der Tag zu Ruhen würde kommen, irgendwann. Bis dahin galt es Fleiß und Disziplin walten zu lassen und die Aufgaben zu meistern, die das Leben, ihre Lehrmeister und die Gemeinschaft auftrugen.

Ihre Jugend trieb bei all dem weitgehend unbeachtet dahin, entschlüpfte ihrer bewussten Wahrnehmung. Blicke in den Spiegel fanden eine erwachsene, junge Frau vor, die alle mädchenhaften Züge verloren hatte. Dennoch keimte nicht das Verlangen in ihr auf, wie es wohl andere junge Frauen ihres Alters verspüren mochten.
Liebe, Zweisamkeit und der Wunsch nach Geborgenheit an der Seite eines Mannes waren kein Teil ihres Denkens und Fühlens. Nur selten überkamen sie stille Momente der Sehnsucht, die sie meist nicht recht zu deuten verstand und mit den zu erledigenden Dingen des Alltags vertrieb. Pflicht und geglaubte Berufung herrschten in ihrem Leben vor.

Ohne es wirklich zu realisieren, bezahlte sie so für ihr Streben nach Wissen und Können den Preis, den es dafür zu entrichten galt.

 

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