|
<
Rückwärts Zurück
Vorwärts >
Die Sonne schien durch das Fenster in das sonst
schlecht ausgeleuchtete Zimmer im Turm und schuf ein bizarres
Wechselspiel von Licht und Schatten.
Sareene blickte von den Papieren vor sich auf und hinaus auf das Stückchen
Welt, welche vor dem Glas lag und das den sanften Wind aus dem stickigen
Studierzimmer fern hielt.
Ein leiser Seufzer bahnte sich den Weg über ihre Lippen. Das Studium
der Formeln und Weisheiten arkaner Künste war ein mühsames und wenig
kurzweiliges Unterfangen. Einzig der Wunsch diese Kräfte zu meistern,
eines Tages eine wissende und mächtige Maga zu sein, trieben sie an mit
alldem fortzufahren.
Einige Tage nun lag das erste treffen mit jenem Mann zurück, der sich
als Barus vorstellte. Der Mann, der jener Gemeinschaft namens Ader des
Lichts voranstand, die sie aus wenigen Erzählungen ihrer Bekannten
Derra, ebenfalls eine angehende Maga, kannte.
Sie wusste noch nicht so recht, wie sie diesen Barus einzuschätzen
hatte. Seine Zunge formte neben arkanen Formeln honigsüße Worte und
immer wieder gelang es ihm, sie verschämt erröten zu lassen. Noch
immer rätselte sie darüber, ob sie dies ärgerte oder ob es ihr gar
gefiel.
Irgendwie war es geschehen, dass sie ebenfalls dieser Gemeinschaft
beigetreten war und nun den Status einer Anwärterin einnahm. Ebenfalls
Gedanken, die sie beschäftigten. Ein voreiliger Schritt, ein Fingerzeig
der Götter oder einfach nur Zufall?
Fragen, Fragen und noch mehr Fragen, aber der Antworten so wenige,
dachte sie im Stillen. Vielleicht sollte sie viel weniger die Dinge
hinterfragen und sich mehr treiben lassen im Strom des Schicksals.
Unwahrscheinlich durfte dies sein, bezeugte ihr jüngstes Denken und
ihre Lippen formten ein vergnügtes Schmunzeln. Sie hatte sich noch nie
treiben lassen, niemals gehen lassen. Ihren Weg bestimmte sie selbst
soweit sie es vermochte und sehr genau hinterfragte sie stets die Dinge
und Begegnungen ihres Lebens.
Manchmal brauchte es eben Geduld eine Antwort zu erlangen. Eine
Eigenschaft, die sie allerdings nicht so gut zu meistern wusste. Da war
es erheblich leichter einen Feuerball zu wirken und zu lenken statt die
notwendige Geduld für dies und das aufzubringen. Wirklich geduldig und
gewissenhaft war sie nur in ihrem Studium der arkanen Kunst.
Seltsam, wenn sie darüber nachdachte, doch unumstößlich. Sie musste
sich wohl damit abfinden, dass sie nicht ihr ganzes Leben in eiserne
Disziplin zu zwängen vermochte.
Mit einer schnellen Handbewegung bannte sie die lästige Haarsträhne
aus der Stirn, die sich seit Jahren schon stetig und unermüdlich den
Weg in selbige suchte.
Die Zeit würde die Fragen beantworten, die ihr im Kopf umherschwirrten.
Nur zu dumm, dass die Zeit in manchen Angelegenheiten so langsam zu
verstreichen wusste.
<
Rückwärts Zurück
Vorwärts >
|