|
Ein wenig Aufregung verspürte er.
Entgegen aller Erwartungen war er angenommen worden und nun saß er in
diesem fliegenden Sarg, dass diese Flugüberwachung eine Fähre nannte
und wartete auf den Start.
Seine Gedanken kreisten um alles, was vor ihm liegen mochte. Ahnungen,
unbestätigte Vorstellungen und persönliche Wünsche malten ihm eine
Zukunft aus, die so sicher nie eintreten würde.
Er trug zivil. Alle Ausrüstung der bretonischen Streitkräfte war
abgegeben. Was er brauchen würde, erhielt er nach seiner Ankunft.
Ein zartes Vibrieren ging durch die Fähre und kaum, dass er die Fähre
abheben spürte, verging das Gefühl wieder. Die
Schwerkraftstabilisatoren kompensierten die Kräfte.
Ein paar Stunden und er würde dort angelangt sein, wovon er träumte,
seit er erstmals von den Birds hörte.
Sein Blick richtete sich aus dem Fenster. Ein dunkles Meer mit unzähligen
Lichtpunkten lag da draußen. Immer wieder faszinierte ihn dieser
Anblick. Das da draußen war sein zu Hause. Dieses lebensfeindliche
Vakuum, kalt und jedes Geräusch verbietend war seine Erfüllung. Schon
als kleiner Junge wusste er, eines Tages würde er Kampfpilot werde. Wie
sein Vater und dessen Vater zuvor. Es war Tradition bei den Fewletts und
er hielt diese aufrecht.
Das leise Summen der Fähre veränderte sich im Klang. Die
Reisetriebwerke wurden gestartet und die Sterne, eben noch kleine,
leuchtende Punkte wurden zu hellen Linien.
Er wäre am liebsten selbst geflogen. Es war ihm nie sicher genug, wenn
er sich den Flugkünsten eines anderen anvertrauen musste. Diese Fähre,
ein plumpes Etwas steigerte dieses Unbehagen.
„Sir, wir haben Gesellschaft bekommen und es scheint als wollte man
mit ihnen sprechen. Ich stelle die Verbindung zu ihnen in den
Passagierbereich durch“, erklang die Stimme des Fährenpiloten.
Steven schaute wohl ziemlich überrascht. Zumindest hätten das andere
so empfunden, wäre noch jemand hier im Passagierbereich gewesen. Er war
aber allein. Die anderen neunzehn Sitze waren leer.
„Captain Elster für Kadett Milan! Lehnen sie sich zurück und genießen
sie den Flug. Ihre Reise nach Herne Bay steht auf Weisung des Commanders
unter dem Geleit der Birds. Elster Ende!“
Zum erstenmal hörte er seine neue Kennung aus dem Mund eines anderen.
Plötzlich wurde ihm bewusst, dass er nicht länger Jagdpilot der
Streitkräfte war. Der Fährenpilot nannte ihn Sir und diese Captain
Elster sprach ihn mit seiner neuen Kennung an. Sein Herz pochte
aufgeregt.
Ein deutliches Knacken verriet, dass die Verbindung unterbrochen wurde
noch ehe er etwas antworten konnte. Dann sah er die Maschine, die links
der Fähre aufkam und dort Formation einnahm.
Eine Y-Wing zauberte leuchtenden Glanz in seine Augen. Viel hatte er von
diesen schweren Jägern gehört, gelesen und wann immer er konnte, hatte
er im Simulator ein paar Stunden in darin verbracht. Nur wenige male in
der Vergangenheit war ihm ein Blick aus der Ferne auf einem der Raumhäfen
vergönnt gewesen. Erstmals sah er eine im Flug.
Er, ein einfacher Kadett, erhielt Geleit von einer Birdpilotin. Womit würde
ihn sein neues Leben noch überraschen?
|