Milan - Überraschung nach Dienstschluss oder
der Beginn eines neuen Lebensabschnitts

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Endlich war der Dienst vorbei und er konnte unter die Dusche. Achtzehn Stunden lagen hinter ihm und die Witze von J.B. waren auch schon bessere gewesen. Eine Stunde mehr und er hätte mit dem Gedanken gespielt seine dummen Sprüche mit einem Schuss aus den Bordwaffen zu beenden. Ein guter Flügelmann und ein zuverlässiger Kerl, aber die Stunden konnten mit ihm lang werden.

Mit einem leisen Zischen glitt seine Quartiertür zur Seite, kaum, dass er die Hand auf die Sensorfläche in der Wand daneben gelegt hatte.

„Licht, gedämpft!“, sprach er beim Eintreten.

Der eben noch dunkle Raum erhellte sich und schuf ein wohliges Ambiente. Das Zischen hinter ihm teilte ihm mit, dass die Tür wieder verschlossen war.
Steven öffnete die Kombi und streckte sich. Ein leiser Dreiklang aus der Quartierkonsole vermochte seine Aufmerksamkeit zu erlangen. Er hatte eine Nachricht.
Die Dusche konnte warten. Erst wollte er wissen, was es mit der Nachricht auf sich hatte.

Das Interface bestätigte, was der Dreiklang schon verraten hatte. Ein Nachrichtentransfer wartete auf Abruf und er ließ sich in den Stuhl vor der Konsole fallen.
Er wechselte in den Kommunikationsmanager und huschte über seine dort wartenden Nachrichten. Mutter hatte wieder drei Nachrichten hinterlassen. Das konnte warten. Sie war eine herzensgute Frau und er liebte sie, aber ihren Hang aus Nichtigkeiten eine Geschichte zu stricken und sie dann mitzuteilen, teilte er nicht. Bestimmt ging es wieder um die Hausechse der Nachbarn, die in ihrem Garten irgendwas zerwühlt hatte oder um ihre beste Freundin, die mal wieder einen Termin für eine ihre merkwürdigen Männerbekanntschaften hatte platzen lassen. Das Universum würde wohl weiter bestehen, wenn er dies erst morgen las.

Die vierte Nachricht allerdings erweckte sein Interesse. Absender war das Hauptquartier der Birds. So schnell rechnete er gar nicht mit Antwort. Versetzungsgesuche und all das andere formale Zeug dauerten gewöhnlich ewig.
Einen Moment zögerte er, die Nachricht auf das Display des Interfaces zu rufen. Gleich würde er Gewissheit haben, ob man ihn ablehnte oder die Versetzung vollzog.
Sich einen Narren scheltend glitt sein Finger auf die Sensorfläche für Abruf.

Die Augen glitten über die Worte und nachdem Absender, Statushinweise und Betreffhinweis hinter ihnen lag, gewannen sie an Glanz und seine Lippen formten ein feines Lächeln.

„Angenommen!“, rief er laut aus und ein triumphierendes Lachen erfüllte das Quartier.